Besonders in den Industrieländern treten zunehmend chronische Erkrankungen wie Allergien, Unfruchtbarkeit oder Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern auf, deren Ursachen in Verbindung mit der weiten Verbreitung gesundheitsgefährdender Chemikalien gebracht werden. Der Mensch reagiert in Anhängigkeit seiner individuellen körperlichen Verfassung sehr unterschiedlich auf Chemikalien. Darüber hinaus ist sein persönliches Lebensumfeld für eine mögliche Gesundheitsschädigung durch Chemikalien von Bedeutung.
Kinder sind vom gesundheitsschädigenden Potenzial einzelner Chemikalien besonders betroffen. Sie sind aufgrund ihres geringeren Körpergewichts verhältnismäßig stärker mit Chemikalien belastet als Erwachsene. Außerdem haben sie in der Regel einen schwächeren Abwehrmechanismus als die meisten Erwachsenen, da sich ihre Organe, ihr Stoffwechsel und ihr Immunsystem noch in der Entwicklung befinden. Bereits im Mutterleib sind sie vielen Schadstoffen ausgesetzt, die sich im Körper der Mutter angereichert haben. Nach der Geburt werden sie zusätzlich über die Muttermilch belastet. Die Chemikalieneinwirkung in dieser ersten empfindlichen Lebensphase kann die frühkindliche Entwicklung erheblich stören – mit unumkehrbaren Spätfolgen.