Bei manchen Stoffen ist eine Untersuchung von Blutproben nicht sinnvoll oder gar nicht möglich, da sie sich schnell abbauen und zum Beispiel nur noch im Urin nachweisen lassen. So liefern Analysen von Abbauprodukten des Weichmachers DEHP im Urin nach bisherigem Erkenntnisstand die verlässlichsten Daten zu einer Belastung des Menschen mit dieser Chemikalie. Ein schneller Abbau chemischer Substanzen im menschlichen Körper bedeutet jedoch nicht, dass diese ungefährlich sind.
In einigen Fällen – z.B. bei Quecksilber – bietet sich die Untersuchung von Haarproben an. Die Methode, Stichproben von Haaren zu entnehmen, hat den Vorteil, dass kein Eingriff in den Körper der Probanden vorgenommen wird. Außerdem sind so Aussagen über die Belastung mit Quecksilber über einen längeren Zeitraum möglich, denn Quecksilber lagert sich im Haar ein, wächst mit und bleibt hier lange erhalten.
Die BUND-Studie "Quecksilber – Globale Belastung und Gefährdung kindlicher Fähigkeiten" stellt die Ergebnisse von Haaranalysen bei mehr als 250 Frauen aus 21 Ländern weltweit zusammen. Dabei konnten zum Teil hohe Konzentrationen des giftigen Schwermetalls nachgewiesen werden. Bei 15 Prozent der Frauen – allerdings nicht in Deutschland – lag die Belastung über dem Grenzwert von einem Mikrogramm pro Gramm Haar. Dieser Wert sollte laut Expertenmeinung bei Frauen im gebärfähigen Alter nicht überschritten werden.