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Weitere Untersuchungsmethoden zur Chemikalienbelastung

Für Untersuchungen zur Chemikalienbelastung des Menschen werden neben Blut und Muttermilch auch Schadstoffanalysen in Urin, Nägeln, Speichel, Haaren, Zähnen und Kot durchgeführt. Für Messungen zur Belastung von Mutter und Kind werden außerdem noch Fruchtwasser, Kindspech und Milchzähne herangezogen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Kinder den verschiedensten Stoffen nicht nur ausgesetzt sind, sondern dass sie tatsächlich einen beachtlichen Teil der Chemikalien in ihrem Körper anreichern.

Palette mit Untersuchungsröhrchen, Foto: www.pixelio.de

Bei manchen Stoffen ist eine Untersuchung von Blutproben nicht sinnvoll oder gar nicht möglich, da sie sich schnell abbauen und zum Beispiel nur noch im Urin nachweisen lassen. So liefern Analysen von Abbauprodukten des Weichmachers DEHP im Urin nach bisherigem Erkenntnisstand die verlässlichsten Daten zu einer Belastung des Menschen mit dieser Chemikalie. Ein schneller Abbau chemischer Substanzen im menschlichen Körper bedeutet jedoch nicht, dass diese ungefährlich sind.

In einigen Fällen – z.B. bei Quecksilber – bietet sich die Untersuchung von Haarproben an. Die Methode, Stichproben von Haaren zu entnehmen, hat den Vorteil, dass kein Eingriff in den Körper der Probanden vorgenommen wird. Außerdem sind so Aussagen über die Belastung mit Quecksilber über einen längeren Zeitraum möglich, denn Quecksilber lagert sich im Haar ein, wächst mit und bleibt hier lange erhalten.

Die BUND-Studie "Quecksilber – Globale Belastung und Gefährdung kindlicher Fähigkeiten" stellt die Ergebnisse von Haaranalysen bei mehr als 250 Frauen aus 21 Ländern weltweit zusammen. Dabei konnten zum Teil hohe Konzentrationen des giftigen Schwermetalls nachgewiesen werden. Bei 15 Prozent der Frauen – allerdings nicht in Deutschland – lag die Belastung über dem Grenzwert von einem Mikrogramm pro Gramm Haar. Dieser Wert sollte laut Expertenmeinung bei Frauen im gebärfähigen Alter nicht überschritten werden.



BUND-Studie: "Quecksilber – Globale Belastung und Gefährdung kindlicher Fähigkeiten"

Titelbild der BUND-Studie: "Quecksilber - Globale Belastung und Gefährdung kindlicher Fähigkeiten"

Die Studie fasst den Stand der Unter­suchungen zu Gesundheits- schäden durch Quecksilber zusammen. Hauptsächliche Quellen der Belastung sind Fettfische, quecksilberhaltige Medizinprodukte und Amalgamfüllungen.

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