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Muttermilch als Indikator für die Chemikalienbelastung

Baby an Mutters Brust, Foto: www.sxc.hu
Muttermilch ist die wichtigste und beste Nahrung für Babys – gerade deshalb ist es wichtig, dass gefährliche Chemikalien vom Markt genommen werden.

Muttermilch ist ein besonders geeigneter Bioindikator für die Belastung mit langlebigen und Fett liebenden Chemikalien, da viele über Jahre hinweg angereicherte Substanzen während der Milchbildungsphase aus den Fettdepots in die Milch transportiert werden. Die Mütter übertragen durch das Stillen einen erheblichen Teil der Stoffe auf ihr Kind, d.h. die Chemikalienbelastung der Mutter sinkt auf Kosten der Belastung ihres Säuglings.

Mehr als 40.000 Muttermilchproben wurden seit den 80er Jahren in Deutschland analysiert. Insgesamt wurden in Muttermilch mehr als 300 Schadstoffe nachgewiesen. Besonders gut untersucht wurden Vertreter der POPs (Persistent Organic Pollutants = langlebige organische Schadstoffe) wie die polychlorierten Biphenyle (PCB), das Insektizid DDT sowie die Verbrennungsprodukte der Dioxine und Furane. Diese Stoffe sind auf Grund ihrer extremen Langlebigkeit und Giftigkeit, ihrer Eigenschaft sich im Körper anzureichern und ihrer globalen Verbreitung seit 2004 durch die POPs-Konvention der Vereinten Nationen weltweit verboten.

Trotz inzwischen bestehender Verbote sind viele gesundheitsschädliche Substanzen, die in der Vergangenheit in die Umwelt gelangt sind, immer noch in gut messbaren Konzentrationen in der Muttermilch nachweisbar. Die Konzentrationen nehmen allerdings ab. So ging beispielsweise von 1980 bis 1997 die Belastung mit Organochlor-Pestiziden und PCB zurück, seit den 90er Jahren zeigt sich auch ein Rückgang der Dioxine und Furane.

Die Daten zeigen, dass eine Chemikalienregulierung die Gesamtbelastung der Bevölkerung wesentlich mindern kann. Umso kritischer ist es , dass heute, trotz der Erfahrungen aus der Vergangenheit, immer wieder neue Stoffgruppen mit denselben problematischen Eigenschaften in der Muttermilch nachgewiesen werden – wie bestimmte bromierte Flammschutzmittel, synthetische Duftstoffe und viele Weichmacher, deren Einsatz noch immer erlaubt ist.

Quelle: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/chemie/chemie_und_gesundheit/chemikalienbelastung/muttermilch/