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Chemikalienbelastung

Chemikalien können auf unterschiedlichen Wegen in den menschlichen Körper gelangen. Die Aufnahme von Schadstoffen erfolgt über die Haut, die Atemwege und den Verdauungstrakt.

Besonders besorgniserregend sind Stoffe, die:

Über die Jahrzehnte sammelt sich so ein Giftcocktail im Körper an, mit kaum absehbaren Folgen. Über 300 Chemikalien können im menschlichen Körper nachgewiesen werden – im Fettgewebe, im Blut oder in der Muttermilch. Viele dieser Stoffe stehen im Verdacht, beispielsweise Brust- oder Hodenkrebs auslösen zu können oder für Allergien, Fortpflanzungsprobleme und Verhaltensstörungen verantwortlich zu sein.

grün gekennzeichnete Zapfhähne in Zapfsäule, Foto: www.sxc.hu
Seit 2000 darf in der EU kein verbleites Benzin mehr verkauft werden. Seitdem ist die Luftbelastung durch Blei erheblich zurückgegangen.

Ein Überblick über die Schadstoffbelastung des Menschen kann durch moderne analytische Verfahren gewonnen werden. Man spricht von einer biologischen Überwachung, dem sogenannten Biomonitoring. Wissenschaftler können Proben von Muttermilch, Blut, Urin oder auch Haaren und Körperfett auf Rückstände verschiedener Chemikalien untersuchen. Je nach Substanzklasse werden unterschiedliche Probematerialien untersucht. So wird die Quecksilberbelastung anhand von Haar-, Blut- oder Urinanalysen ermittelt, während fettlösliche Chemikalien wie polychlorierte Biphenyle (PCB) oder bromierte Flammschutzmittel vornehmlich über Muttermilch- und Blutuntersuchungen nachgewiesen werden.

Daten aus dem Biomonitoring können aufschlussreiche Informationen über die Chemikalienbelastung der Bevölkerung liefern. Sie dokumentiren z.B. den Rückgang der Bleibelastung im Blut von Kindern, nachdem der Bleieintrag durch verschiedene gesetzliche Vorschriften erheblich reduziert wurde. Hierzu gehören die Trinkwasser-Verordnung, die zum Ersatz der alten Bleirohre durch andere Materialien führte, oder auch die Einführung des bleifreien Benzins. Ein Biomonitoring verdeutlicht auch, wie lange einzelne Stoffe im menschlichen Körper verweilen können. So wird noch heute in Muttermilch das giftige Pestizid DDT nachgewiesen, obwohl es in den Industrieländern bereits seit ca. 35 Jahren verboten ist.

Quelle: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/chemie/chemie_und_gesundheit/chemikalienbelastung/