Perfluorierte Tenside (PFT) finden vor allem zur Schaffung einer Wasser, Fett und Rost abweisenden Oberfläche in Lebensmittelverpackungen, Kleidung, Möbeln und Kochgeschirren Verwendung. Die bekanntesten Vertreter der Stoffgruppe sind Perfluoroktansäure (PFOA) und Perfluoroktansulfonat (PFOS). Wegen der möglichen Gefährlichkeit der PFT sind inzwischen einzelne Substanzen dieser Stoffgruppe vom Markt genommen worden. Der früher größte PFT-Hersteller, der US-Konzern 3M, hat die Produktion 2001 eingestellt.
Obwohl die Eintragswege von PFT in die Umwelt bislang kaum geklärt sind, zeigt sich eine flächendeckende Belastung mit Stoffen dieser Gruppe. Bei Blutuntersuchungen des Umweltbundesamtes aus den Jahren 1985 – 2005 wurden sowohl PFOA wie auch PFOS nachgewiesen. Und auch Muttermilch ist mit PFT belastet. Selbst in der Leber arktischer Eisbären wurden sie gefunden.
Das Umweltbundesamt bewertet PFOS als persistent, bioakkumulativ und toxisch. Besonders in Hinblick auf seine möglichen reproduktionstoxischen und krebserregenden Eigenschaften wird PFOS als sehr kritisch bewertet, da es praktisch überall – in Mensch und Umwelt – nachweisbar ist. Für PFOA wird ebenfalls eine hohe Persistenz festgestellt. Bei Mitarbeitern des US-Konzerns 3M, der seine PFT-Produktion im Jahre 2001 eingestellt hatte, wurde außerdem überdurchschnittlich oft Blasen- und Prostatakrebs festgestellt.
Aufgrund der lückenhaften Datenlage zur Risikobewertung fehlen bisher konkrete gesetzliche Grenzwerte. Auf europäischer Ebene wurde eine Richtlinie beschlossen, die PFOS generell verbietet und bis spätestens Ende 2007 in nationales Recht umzusetzen ist.