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Bisphenol A

Karrikatur der Filmgestalt Hannibal Lecter mit gesprengter Zwangsjacke und Ledermaske vor dem Gesicht. In einer Hand hält er einen Säugling, in der anderen ein Babyfläschchen, mit dem er den Säugling füttert.
BUND-Plakat gegen den Einsatz von Bisphenol-A in Babyfläschchen. Mit der täglichen Milch kann ein Säugling bedenkliche Mengen der hormonähnlichen Substanz zu sich nehmen.

Bisphenol A ist ein Weichmacher, der u. a. in Polycarbonat-Kunststoffen verwendet wird. Er ist in vielen Alltagsgegenständen wie Babyfläschchen, Plastikschüsseln und der Innenbeschichtung von Konservendosen enthalten. Innerhalb Deutschlands werden jährlich ca. 410.000 Tonnen vermarktet. Bisphenol A kann sich bei Kontakt mit Lebensmitteln aus dem Produkt lösen und ist dann in diesen nachweisbar. Der mittlere Gehalt an Bisphenol A im menschlichen Blut ist mittlerweile höher als die Konzentration, bei der bei Mäusen eine Beeinträchtigung der Sexualentwicklung beobachtet werden konnte.

Bisphenol A gehört zu den hormonellen Schadstoffen, die bereits in winzigen Mengen in unseren Hormonhaushalt eingreifen können. Es ist außerdem ein gutes Beispiel dafür, wie wenig die traditionelle Risikobewertung noch geeignet ist, tatsächliche Schäden zu erfassen: Möglicherweise ist es durch eine direkte Einwirkung auf Hormonrezeptoren in geringeren Konzentrationen schädlicher als in größeren Mengen. Frühreife, eine reduzierte Spermienzahl oder auch Verhaltensstörungen werden als mögliche Folgen diskutiert.

Bisphenol A ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig eine von der Industrie unabhängig finanzierte Risikobewertung ist. So wiesen alle Ergebnisse unabhängiger wissenschaftlicher Untersuchungen der letzten Jahre auf eine Gesundheitsgefährdung hin, wohingegen alle von der Industrie durchgeführten Studien Entwarnung gaben. Umso problematischer ist es, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) den Wert für die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge im Sommer 2007 um das Fünffache auf 0,05 mg je Kilogramm Körpergewicht erhöhte – ein Vorgehen, dass von Umwelt- und Verbraucherschützern stark kritisiert wurde und wird. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht im Moment keinen Handlungsbedarf für den Gesetzgeber.

Im Rahmen der Umsetzung des seit Juli 2007 gültigen neuen Chemikaliengesetzes REACH fordert der BUND ein Verbot des Stoffes für alle Anwendungsbereiche, für die sicherere Alternativen vorhanden sind.



Ulmer Naturkalender 2009

Zur Begrüßung schenkt Ihnen der BUND den Natur- kalender 2009 von BUND und Ulmer Verlag.

Unser etwas anderes Daumenkino thematisiert den Zusammenhang zwischen Erkrankungen und giftigen Chemikalien.

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