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Viel zu viele Pestizide in der Landwirtschaft

Landwirtschaftliche Maschine beim Spritzen eines Ackers, Foto: www.pixelio.de
Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft gefährdet Mensch und Umwelt.

Eine der bedeutendsten diffusen Quellen für Schadstoffeinträge in die Umwelt ist die Landwirtschaft. Allein in Deutschland werden im Jahr ca. 30.000 Tonnen Pestizide auf Äcker und Obstbäume gespritzt – Tendenz steigend. Auch über die Forstwirtschaft gelangen Schadstoffe in die Umwelt.

Viele der eingesetzten Pestizide verbleiben nicht dort, wo sie die Landwirte ausbringen, sondern werden bei Regen abgeschwemmt, vom Wind verweht, versickern im Boden oder verdunsten. An unseren Nahrungsmitteln bleiben nicht selten Pestizidrückstände haften, die wir als Verbraucherinnen mitessen.

Ein großes Problem sind außerdem ausgediente Pestizidbehälter, die oft noch Reste von Pestiziden enthalten. Vor allem in Osteuropa, Zentralasien und sogenannten Entwicklungsländern werden diese alten Behälter oft schlecht gelagert bzw. gar nicht gesichert. Die giftigen Stoffe stellen eine besondere Gefahr für Kinder dar, gelangen aber auch in Böden und Grundwasser.

Pestizide verursachen Tod von Millionen Bienen

Biene auf Diestel mit Feld im Hintergrund, www.sxc.hu

Im April und Mai 2008 starben in der Region Oberrhein in Baden-Württemberg zehntausende Bienenvölker. Verantwortlich dafür  war das Insektizid Clothianidin der Firma Bayer CropScience. Als Saatgutbehandlungsmittel wurde das clothianidinhaltige  Mittel Poncho zusammen mit einem Haftmittel auf die Saatkörner aufgetragen und hätte bei der Maisaussaat direkt in den  Boden gelangen sollen. Der für Bienen hochgiftige Wirkstoff wurde jedoch auf benachbarte Äcker geweht und dort von Bienen  aufgenommen, die kurze Zeit später in Massen starben.

Clothianidin ist ein neues Insektizid aus der Gruppe der Neonicotinoide. Es soll die Pflanze gegen Maiswurzelbohrer,  Frittfliege und Drahtwurm schützen. Neonicotinoide sind synthetisch hergestellte Nikotinverbind-ungen, die als Kontakt- und Fraßgifte auf das Nervensystem wirken. Der Wirkstoff wurde insbesondere für den Einsatz als Saatgutbehandlungsmittel  entwickelt.

Das Bienensterben zeigt vor allem, dass der Einsatz giftiger Pestizide nicht zuverlässig kontrolliert werden kann. Technische Mängel oder Anwendungsfehler der Landwirte können zu anderen Belastungssituationen führen, als in einem  Zulassungsverfahren angenommen. Aus diesem Grund dürfen für Menschen und Umwelt gefährliche Pestizide keine Zulassung  erhalten.

Mehr Infos im BUND-Hintergrundpapier



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