Die Zeit der offensichtlichen Verschmutzung durch Chemikalien ist in Europa so gut wie vorbei. Rauchende Fabrikschlote und stinkende Abwasserbrühen gehören der Vergangenheit an. Dennoch gelangen in Deutschland über viele verschiedene Wege gefährliche Chemikalien in die Umwelt – viele ohne je auf ihre Folgen für Umwelt und Gesundheit untersucht worden zu sein.
In anderen Teilen der Welt sind die Umweltschutzbestimmungen noch wesentlich schlechter als in Europa. So werden in den aufstrebenden Industrienationen wie Indien oder China oder in sogenannten Entwicklungsländern gefährliche Chemikalien eingesetzt, die in Deutschland längst nicht mehr zugelassen sind. Auch deutsche Chemiekonzerne wie Bayer profitieren davon: So wurde von Bayer das hochgefährliche Pestizid Parathion-methyl weiterhin nach Peru exportiert, obwohl es in Deutschland bereits verboten worden war. Im Jahr 1999 starben mehrere peruanische Kinder, weil sie in der Schule Milch getrunken hatten, die mit Parathion-methyl verseucht war.
Beispiele wie dieses zeigen, dass sich Chemiehersteller ihrer Verantwortung stellen müssen und gefährliche Chemikalien nicht verkaufen dürfen, wenn der sichere Umgang mit ihnen nicht gewährleistet werden kann.
Die meisten Schadstoffeinträge stammen heute aus diffusen Quellen. Gemeint sind damit breit gestreute Stoffemissionen, die nicht unmittelbar von einem Verursacher herrühren oder von einer klar auszumachenden Stelle wie einer Fabrik ausgehen. Solche diffusen Quellen sind v.a. Alltagsprodukte, die Landwirtschaft, Abwässer, Abfälle und die Schifffahrt.