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Dauergifte in der Arktis

Gräberinsel in der Magdalenenbucht/ Spitzbergen, Foto: www.pixelio.de
In den Polargebieten ist die die Konzentration an Dauergiften besonders hoch.

Dauergifte werden vor allem in den warmen und gemäßigten Regionen der Erde eingesetzt. Trotzdem findet man sie in hohen Konzentrationen in der Arktis wieder.

Der Grund dafür ist die "globale Destillation": Chemikalien verdunsten dort, wo sie eingesetzt werden, je höher die Temperatur, desto schneller. Mit der Luftströmung werden sie zu den kälteren Regionen der Erde transportiert. Sie kondensieren dort bei niedrigen Temperaturen und gelangen mit den Niederschlägen zurück auf die Erdoberfläche. Im stetigen Wechsel zwischen Verdunstung und Kondensation gelangen die Dauergifte so über mehrere Stationen in die kalten Regionen der Erde, d.h. in die Polargebiete und Hochgebirge.

Besonders verhängnisvoll ist, dass diese gefährlichen Stoffe damit verstärkt ausgerechnet in die Regionen gelangen, in denen sie wegen extremer Kälte sowie geringer Sonneneinstrahlung und geringer mikrobiologischer Tätigkeit besonders schlecht abgebaut werden können.

Die vermeintlich unbelasteten Weiten der Arktis sind so enormen Schadstoffeinträgen ausgesetzt. Die Dauergifte haben bereits fatale Folgen für die Bewohner des endlosen Eises: Eisbären auf Spitzbergen sind inzwischen so hoch belastet, dass ihre Fruchtbarkeit zurückgeht. Auch finden Forscher vermehrt zwittrige Exemplare. Fische im Nordmeer sind wesentlich stärker belastet als im Pazifik und geben die hohen Stoffkonzentrationen in der Nahrungskette an Robben, Eisbären und Menschen weiter.

Die Grönländer gehören zu den am höchsten belasteten Bevölkerungsgruppen der Welt. Ebenso betroffen sind die Inuit, weil sie sich traditionsgemäß überwiegend von Seehunden, Walen, Karibus und Fischen ernähren, deren Fleisch und Fettgewebe extrem mit Schadstoffen belastet ist. Bei den Kindern der Inuit treten infolgedessen bereits verstärkt Immunstörungen auf.



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