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Dauergifte im Wasser

Poebene, Foto: www.pixelio.de
Der Po entwässert die wichtigste und am dichtesten besiedelte Industrieregion Italiens.

Viele Chemikalien aus Landwirtschaft, Verkehr, Industrie und Alltagsprodukten gelangen in Bäche und Flüsse, und nahezu alle früher oder später ins Meer. Die großen europäischen Flüsse wie Rhein, Elbe, Weser oder Po, Rhone und Themse entwässern einige der dicht besiedeltsten und am stärksten industrialisierten Gegenden der Welt. Über die Luft gelangen weitere Schadstoffe in Flüsse und Meere. Insgesamt ergibt sich daraus ein wahrer Cocktail von Chemikalien.

Seit den 70er Jahren gibt es in der EU Gesetze, um die Schadstoffbelastung in den Gewässern zu reduzieren: seit 1976 eine Richtlinie zum Schutz vor gefährlichen Stoffen bzw. seit 1980 die Grundwasserrichtlinie. Doch konsequent wurden sie nie umgesetzt. 2000 wurde die EG-Wasserrahmenrichtlinie verabschiedet, mit der klare Ziele zur Reduktion von Schadstoffen in Gewässern – von der Quelle bis zur Küste – verbunden sind.

Bis 2015 muss der gute chemische Gewässerzustand erreicht sein. Entsprechend internationaler Meeresabkommen soll die Schadstoffkonzentration in der Meeresumwelt bis 2020 auf nahezu Null bzw. auf natürliche Hintergrundwerte reduziert werden. Besonders dringlich sind Maßnahmen gegen prioritär gefährliche Stoffe, die alle Gefährlichkeitskriterien erfüllen: giftig, beständig, Ansammlung im Organismus bzw. hormonell wirksam. 

Quelle sprudelt aus dem Berg, Foto: ww.photocase.com

Auch die Verschmutzung des Grundwassers, unserer wichtigsten Trinkwasserquelle, ist ein großes Problem. Natürliche Bewohner des Grundwassers wie die Wasserassel können bis zu 15-mal länger leben als vergleichbare Organismen im Oberflächenwasser. Es ist so nicht ausgeschlossen, dass sie mehr Schadstoffe einlagern. Erschwerend kommt hinzu, dass Grundwasser von anderen Gewässern isoliert sein kann und so ein Wasseraustausch nur sehr langsam stattfindet. 

Lesen Sie mehr zur Wasserrahmenrichtlinie und den BUND-Aktivitäten zur Bekämpfung gefährlicher Substanzen im Wasser.

Zum Weiterlesen: Meeresumweltschutz für Nord- und Ostsee, Sondergutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen, 2004



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