Eisbären sind stark mit Chemikalien belastet, zum Beispiel mit PCBs (Polychlorierte Biphenyle), Da viele Schadstoffe fettlöslich sind. Obwohl sie seit den 70er Jahren in den Industrieländern und seit 2004 auch weltweit verboten sind, werden sie aufgrund ihrer Langlebigkeit noch immer überall auf der Erde in Mensch und Tier nachgewiesen. PCBs schwächen nachweislich das Immunsystem. Gerade bei langlebigen Säugetieren, die sich nur langsam fortpflanzen und wenige Junge gebären, wirkt sich das auf die Bestände aus. Bei Tieren mit höheren PCB-Konzentrationen ist die Bildung der Geschlechtshormone gestört: Männliche Bären produzieren z.B. weniger Testosteron. Bei Untersuchungen an 269 Eisbären in Spitzbergen wurden vier Weibchen mit männlichen Geschlechtsmerkmalen gefunden.
Weibchen sind weniger belastet
Ein Vergleich von Eisbären aus Spitzbergen mit denen in geringer verschmutzten Regionen der Kanadischen Arktis zeigte extrem hohe Konzentrationen in älteren Männchen. Weibchen sind geringer belastet, da sie die Gifte über die fettreiche Milch an ihre Jungen weiter geben.