Wild lebende Fische in Flüssen, Flussmündungen und in Küstengebieten sind stark mit Chemikalien belastet. Vor allem in den Ausläufen von Kläranlagen findet man eine hohe Belastung mit hormonellen Substanzen – von natürlich vorkommenden Hormonen über die in den Antibabypillen enthaltenen künstlichen Hormone bis hin zu verschiedenen hormonell wirksamen Industriechemikalien.
Der am besten bekannte Effekt ist die Verweiblichung von männlichen Fischen. Zum Beispiel beginnen junge männliche Fische unter dem Einfluss dieser Hormone das Eidotter-Protein Vitellogonin zu bilden. Sie können sogar weibliche Eier in ihren Hoden bilden. Betroffen sind zum Beispiel Plötzen, Gründlinge und Regenbogenforellen, aber auch männliche Flundern in stark verschmutzten Flussmündungen der Nordsee.