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Über 30.000 Chemikalien auf dem Markt

Brennkolben, Foto: de.wikipedia.org
Die Destillation – d.h. die Trennung unterschiedlicher Stoffe durch Hitze – macht sich der Mensch schon seit vielen tausend Jahren zunutze.

Wir alle kommen in unserem Alltag mit chemischen Stoffen in Berührung. Schon lange vor der Industrialisierung hat der Mensch sich zahlreiche chemische Verbindungen natürlichen Ursprungs zunutze gemacht. Schon damals zeigte sich aber, dass von diesen Stoffen auch Gesundheitsgefahren ausgehen. So wurde Quecksilber im 16. Jahrhundert in Salben zur Behandlung von Syphillis verwendet, obwohl bei der Behandlung Symptome wie Zahnausfall, Appetitlosigkeit und Schwindel bis hin zu Wahnvorstellungen auftraten, die selbst bei damaligem Kenntnisstand schon Zweifel an der Eignung einer solchen Behandlung aufwarfen.

Mit fortschreitender Forschung hat der Mensch viele natürlich vorkommende Stoffe verändert, um sie für spezifische Anwendungen nutzbar zu machen. So werden heute Chemikalien hergestellt, die natürlicherweise nicht vorkommen – z.B. die perfluorierten Tenside für Anti-Haftbeschichtungen –, mit kaum absehbaren Folgen für Mensch und Umwelt. 

moderne Industrieanlage von Bayer, Foto: Bayer AG
Polycarbonatanlage von Bayer in Thailand, im Vordergrund das Bisphenol-A-Silo; Bisphenol-A wird u.a. für die Herstellung von CDs und Babyfläschchen verwendet.

Die Zahl der heute eingesetzten synthetischen Stoffe in Alltagsprodukten wird auf über 30.000 geschätzt. Viele der eingesetzten Stoffe sind bislang nicht ausreichend untersucht, um mögliche Gesundheits- und Umweltrisiken ausschließen zu können.

Hier soll die neue europäische Chemikalien-Gesetzgebung REACH helfen, nach der viele Chemikalien vor ihrer Vermarktung verbindliche Sicherheitstests durchlaufen müssen. Gefährliche Stoffe sollen vom Markt genommen werden, wenn es dafür umwelt- und gesundheitsverträglichere Alternativen gibt. Darüber hinaus erhält der Verbraucher ein Informationsrecht, ob in Konsumprodukten gefährliche Chemikalien enthalten sind.



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Foto: eyewire / fotolia.com

Faltblatt "Chemikalien im Alltag"

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