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Gründe gegen Laufzeitverlängerungen gibt es genug:

Sicherheitsgefahren

Längere Laufzeiten erhöhen das atomare Risiko zusätzlich. Denn es kommen Alterungseffekte und Materialermüdung als weitere Störungsursache hinzu. Derzeit werden Atomkraftwerke durchschnittlich nach 20 Jahren Betrieb stillgelegt. Zu diesem Zeitpunkt zeigen sich üblicherweise die ersten Alterungseffekte. Probleme durch Abnutzung können aber bereits früher einsetzen. Der geltende Atom-Konsens sah Laufzeiten von etwas mehr als 30 Jahren vor. In vielen Ländern waren die Genehmigungen für Atomkraftwerke ursprünglich auf 30 Jahre befristet, so etwa in Frankreich. Nach den Plänen der Union sollen die Kraftwerke 40 Jahre und länger laufen.

Die Alterungseffekte können viele wichtige Teile eines Atomkraftwerkes betreffen: den Reaktordruckbehälter, die Röhren des Kühlkreislaufes, die Pumpen für diesen Kühlkreislauf, Dampf-Generatoren und Turbinen. Insgesamt führt dies zu einer zunehmenden Ausnutzung der Sicherheitsreserven.

Die geplanten Laufzeitverlängerungen betreffen auch AKW wie Brunsbüttel oder Biblis A, die ihre Unsicherheit bereits mehrfach unter Beweis gestellt haben, aber auch AKW, die nicht ausreichend gegen Flugzeugabstürze oder terroristische Angriffe gesichert sind. Diese bereits jetzt vorhandenen Risiken müssten den Atomausstieg eigentlich beschleunigen. Die Tendenz, dass Atomkraftwerke weltweit im Schnitt immer älter werden, erhöht das Gesamtrisiko. Im Jahr 2025 wird der Anteil von "modernen" Reaktoren bei höchstens zwölf Prozent liegen. Das Durchschnittsrisiko eines Unfalls wird in den kommenden 20 Jahren vor allem durch die derzeit in Betrieb befindlichen AKW bestimmt. Bei zunehmender Alterung der AKW wird sich deshalb das Risiko eines Störfalls erhöhen.

Mehr Atommüll ohne sicheres Endlager

Die Menge des gefährlichen Atommülls würde sich erneut deutlich erhöhen. Die Produktion von Atommüll ist unverantwortlich, weil wir den nachfolgenden Generationen ein strahlendes Erbe hinterlassen. Der hochradioaktive Müll muss mindestens 1 Million Jahre sicher verwahrt werden. Bisher gibt es keine Lösung für eine sichere Aufbewahrung. CDU/CSU wollen jetzt wieder auf den ungeeigneten Standort Gorleben setzen. Dies kann nur eine Scheinlösung sein. In einer Situation ohne geeignetes Endlager muss es das Ziel sein, die Müllproduktion möglichst schnell zu beenden, statt die Müllmenge noch einmal deutlich (je nach verlängerter Laufzeit um 25 Prozent oder mehr) zu erhöhen.

Kein sinnvoller Beitrag zum Klimaschutz

Auch das umweltpolitische Argument, nur mit der Atomkraft sei eine globale Lösung der CO2-Problematik zu erreichen, ist schlicht Unsinn. Die Atomkraft kann keine Lösung für die Klimaproblematik sein. Die AKW haben einen schlechten Wirkungsgrad und die begrenzten Uranvorkommen ermöglichen auch langfristig nur einen minimalen Anteil an der Weltenergieproduktion.

Derzeit liegt der Anteil der Atomkraft am weltweiten Energieverbrauch nur bei knapp 3 Prozent. Für einen relevanten Anteil müssten hunderte neue AKW gebaut werden. Dies ist glücklicherweise kein realistisches Szenario. Auch für Deutschland ist die Atomkraft klimapolitisch kontraproduktiv: Denn durch den Weiterbetrieb der AKW bleibt die Struktur zentraler, ineffizienter Großkraftwerke erhalten. Die Energiewende hin zu kleineren effizienteren Einheiten mit der Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung und dem ambitionierten Ausbau der Erneuerbaren Energien wird gebremst. Und klar ist auch: Erneuerbare Energien wie die Windkraft haben eine bessere CO2-Bilanz als Atomkraftwerke.

Keine sinkenden Strompreise

Oft wird argumentiert, die längeren Laufzeiten würden die Strompreise senken. Dies dürfte kaum mehr sein als ein Wunsch. Seit Jahren sind 17 Atomkraftwerke am Netz und die Strompreise sind immens hoch. Dies wird sich nicht ändern, wenn die Meiler länger laufen dürfen. Sinkende Strompreise wird es nur geben, wenn es echten Wettbewerb im Strommarkt, auch bei der Stromerzeugung gibt. Tatsächlich bestehen aber immer noch die Quasi-Gebietsmonopole.

BUND Hintergrund "Laufzeitverlängerungen für AKW - energiepolitisch der falsche Weg"



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