Erhöhte Krebsraten besonders bei Kleinkindern unter fünf Jahren wiesen zwei Studien von Dr. Körblein vom Umweltinstitut München 1998 und 2001 in der Umgebung von deutschen AKW nach. Dass die Häufung dieser Krebserkrankungen signifikant, d.h. statistisch abgesichert, ist, hat nunmehr auch das Bundesamt für Strahlenschutz eingeräumt.
Im Dezember 2007 sorgte das Ergebnis einer Studie des Mainzer Kinderkrebsregisters für Schlagzeilen: Je näher ein kleines Kind an einem Atomkraftwerk wohnt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es an Krebs erkrankt. Eine 2008 veröffentlichte Qualitätsprüfung der Studie bewertete den kausalen Zusammenhang zwischen der AKW-Strahlung und den Kinderkrebsfällen neu. Danach können die radioaktiven Emissionen aus den Atomanlagen als Erklärung für das erhöhte Krebsrisiko bei Säuglingen und Kleinkindern in ihrer Nähe nicht ausgeschlossen werden. Sie stellen im Gegenteil die bislang plausibelste Erklärung dar.
Neben der Zunahme von Krebserkrankungen gibt es Hinweise auf weitere Folgen des Normalbetriebs. So kommen einer Studie über das amerikanische AKW Hanford zufolge mehr Kinder mit Missbildungen von Eltern zur Welt, die vor der Zeugung in der Atomanlage beschäftigt waren. Auch steigt die Rate von Totgeburten durch Niedrigstrahlung, wie aus Studien der Tschernobylfolgen in entfernteren Ländern hervorgeht. Schließlich sind Missbildungen und andere Veränderungen auch in der Tier- und Pflanzenwelt rund um Atomanlagen beschrieben.