Versuchsendlager Asse bedroht Mensch und Umwelt
Sowohl das DDR-Atommülllager bei Morsleben in Sachsen-Anhalt als auch das niedersächsische Versuchsendlager in Asse bei Wolfenbüttel – beide befinden sich in unterirdischen ehemaligen Salzbergwerken – erwiesen sich als Endlager nicht geeignet. Von 1967 bis 1978 wurden im Schacht 2 des Salzbergwerkes Asse bei Wolfenbüttel (Asse II) 126.000 Fässer mittel- und schwach radioaktiver Atommüll eingelagert. Zu Versuchszwecken, wie es hieß. Aber schon damals war eine spätere Rückholung des Atommülls aus der Asse wohl nicht ernsthaft vorgesehen.
Seit 1988 ist bekannt, dass täglich etwa 12.000 Liter Grundwasser aus dem Deckgebirge in das Grubengebäude eindringen und eine gesättigte Salzlösung ("Lauge") bilden. Das Bergwerk mit dem Atommüll droht abzusaufen. Dringt die Salzlösung in die Einlagerungskammern, dann kann eine Kontamination des Grundwassers mit Radionukliden langfristig nicht verhindert werden. Mensch und Umwelt sind durch die in der Asse lagernden atomaren Abfälle bedroht.
Nach dem vom niedersächsischen Umweltministerium erstellten "Statusbericht über die Schachtanlage Asse II", der am 2. September 2008 präsentiert wurde, gab es bereits von Anfang an Laugenzuflüsse. Schon beim Abteufen des Schachtes II in der Jahren 1906 bis 1908 kamen bis zu 43 Kubikmeter Flüssigkeit aus der Wand. Anfang der 40er-Jahre flossen zeitweise bis 100 Kubikmeter Lauge täglich in das Bergwerk, 1979 sogar 432 Kubikmeter. Allein seit 1988 wurden 32 weitere aktive Zutrittsstellen festgestellt. Nunmehr liegt der Zufluss seit Jahren bei knapp 12 Kubikmetern.
Mindestens zwei Fässer enthalten nach Angaben von Bundesumweltminister Gabriel Kernbrennstoffe, und insgesamt sollen in der Asse rund 9 Kilogramm Plutonium lagern.
Endlagersuche muss neu beginnen
Das Beispiel Asse zeigt, dass die Endlager-Probleme der Atomindustrie alles andere als gelöst sind. Auch der Gorlebener Salzstock hat Kontakt zum Grundwasser und verfügt über kein geschlossenes Deckgebirge. Gabriel muss jetzt konsequent handeln, das geplante Endlager in Gorleben endgültig ad acta legen und die Endlagersuche neu starten, fordert der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Alle Kosten für die Endlagersuche müssen die Betreiber der Atomkraftwerke tragen.



