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AKW Krümmel, Schleswig-Holstein

AKW Krümmel
AKW Krümmel

Bundesweite Schlagzeilen machte Krümmel durch Meldungen um erhöhte Krebsraten im Wohnbereich rund um das AKW. Das Umweltinstitut rechnete die Ergebnisse einer Studie des Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin nach und stellte eine Häufung von Blutkrebs bei Kindern um das Akw fest. Eine um den Faktor 2,1 erhöhte Häufung akuter Leukämie bei Männern war hiernach signifikant, d.h. nicht zufällig. Ungeklärt blieb, ob ein Brand im nahe gelegenen Forschungszentrum GKSS im Jahre 1986 mit den Häufungen zusammen hängen könnte.

Aufgrund ungewöhnlicher Schwermetallverunreinigungen im Umkreis vermutete eine Krebs-Untersuchungskommission "geheimgehaltene kerntechnische Sonderexperimente".

Krümmel ist einer von sechs Siedewasserreaktoren in Deutschland, die trotz der allgemeinen Sicherheitsmängel noch immer laufen. Durch eine Investition von 50 Mio. Euro wurde die Leistung der vier Turbinen weiter gesteigert, seit 2006 hat der Meiler eine Leistung von mehr als 1.400 Megawatt. Krümmel wird damit zum größten Siedewasserreaktor in Deutschland.

Typ: Siedewasserreaktor
Nennleistung: 1.400 MW
Inbetriebnahme: 1984
Laufzeitende nach dem Atom-Konsens: 28.3.2016

Betreibergesellschaft:
Kernkraftwerk Krümmel GmbH (50 Prozent Vattenfall Europe, 50 Prozent E.ON Kernkraft GmbH)

Ernsthafte Störfälle:
Am 28. Juni 2007 ereignete sich im Kraftwerk Brunsbüttel ein Kurzschluss, in dessen Folge das AKW heruntergefahren wurde. Dadurch kam es zu massiven Stromschwankungen im norddeutschen Netz und in der Stadt Hamburg teilweise zu Stromausfällen.

Möglicherweise als Folge dieser Netzschwankungen kam es am Abend des 28. Juni zu einem Brand in einem Transformator des AKW Krümmel. Dieser Brand konnte erst nach vielen Stunden gelöscht werden. Das Atomkraftwerk wurde per Schnellabschaltung vom Netz genommen.

Vattenfall erklärte noch am Abend, dass der Brand in dem Transformator keine Auswirkungen auf das eigentliche Reaktorgebäude gehabt hätte. Zwar werden schnell Stimmen laut, die dies bezweifeln, dennoch bleibt Vattenfall auch auf Nachfragen bei seiner Darstellung. Erst am Abend des 3. Juli räumt Vattenfall ein, dass es durch unplanmäßiges Öffnen von zwei Sicherheits- und Entlastungsventilen und durch den unplanmäßigen Ausfall einer von mehreren Reaktorspeisewasserpumpen zu einem schnellen Druck- und Füllstandsabfall im Reaktordruckbehälter gekommen ist.

Lokaler Widerstand:
In Krümmel formierte sich zunächst gegen den Bau und Betrieb des AKW lokaler Widerstand, dem die Krebsmeldungen dann Auftrieb gaben. Ab den 1990er Jahren fanden hier Demonstrationen und Blockaden gegen die Atommülltransporte sowie eine gewaltfreie, öffentlich angekündigte Schienenanschlussdemontage statt.


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