Im Sommer 2001 kam der Bericht eines ehemaligen Mitarbeiters der Qualitätssicherung an die Öffentlichkeit, nach denen im AKW Grohnde diverse Qualitätsprüfungen – etwa an Schweißnähten beim Reaktorbau – mit echten Prüfstempeln vom TÜV oder abgeänderten Prüfprotokollen gefälscht wurden. Außerdem wurden Qualitätsprüfungen mittels Röntgenstrahlen ohne Schutz für die Arbeiter durchgeführt. Eine ungewöhnlich hohe Zahl technischer Direktoren starb mit den Jahren an Krebs.
Typ: Druckwasserreaktor
Nennleistung: 1360 MW; damit war Grohnde im Jahre 2000 das zweitgrößte Leistungs-AKW der Welt
Inbetriebnahme: 1985
Laufzeitende nach dem Atom-Konsens: 1.2.2017
Betreibergesellschaft: Gemeinschaftskraftwerk Grohnde GmbH (50 Prozent E.ON Kernkraft GmbH, 50 Prozent Gemeinschaftskraftwerk Weser GmbH)
Ernsthafte Störfälle:
1985 fiel bei einer Revision auf, dass das Hochdruck-Notkühlsystem nicht funktionsfähig war, weil eine der vier Pumpen Gas statt Wasser enthielt. Ein Leck im Primärkühlkreislauf hätte somit zur Kernschmelze und damit zum Super-GAU führen können.
Lokaler Widerstand zeigte sich in vielfältigen Aktionen, etwa bei einer Demonstration von rund 15.000 AKW-GegnerInnen im März 1977, die mit schweren Zusammenstößen mit der Polizei bundesweit in die Schlagzeilen kam.
zurück zur Übersichtskarte