Das AKW "Bruno Leuschner" in Greifswald war ein Vorzeigeprojekt der ehemaligen DDR. Im Zuge der Wiedervereinigung wurden die fünf Kraftwerksblöcke 1990 still gelegt. Die Pläne für drei weitere Blöcke wurden fallengelassen.
Die Rückbauarbeiten werden sich voraussichtlich bis 2030 erstrecken. Die Sicherheitsnachrüstung dieser Reaktortypen sowjetischer Bauart war den Energieversorgern im Westen im Zusammenhang mit der Überkapazität am deutschen Strommarkt sowie dem örtlichen Widerstand zu teuer.
In Greifswald ist seit März 1998 ein Zwischenlager in Betrieb, das ursprünglich nur für schwach bis mittel radioaktive Abfälle geplant war. Gleichwohl ist dort 2001 der erste Castor mit hochaktivem Müll angekommen.
Typ: WWER-Druckwasserreaktoren
Nennleistung: je 408 MW
Inbetriebnahmen: zwischen 1973 und 1989
Stillegung: 1990
Betreibergesellschaft: Energiewerke Nord; für geplantes Zwischenlager: PreussenElektra AG
Ernsthafte Störfälle:
Am 24. November 1989 überbrückte ein Elektriker "probehalber" einen Schaltkreis – das in der Folge ausbrechende Feuer beschädigte die Sicherungsanlagen schwer, nur knapp konnte eine Kernschmelze wie bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl verhindert werden.
Lokaler Widerstand:
Massiver Widerstand aus der Bevölkerung bewirkte im Zuge der Wende die Stillegung. 1998 gab es mehrfach Proteste gegen die Inbetriebnahme des Zwischenlagers, 2001 blockierten DemonstrantInnen gegen den ersten Castortransport von Rheinsberg ins Zwischenlager.
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