Um einen möglichen Widerruf der Betriebsgenehmigung für den Block A gab es 1996 ein zähes Ringen mit dem grün geführten hessischen Umweltministerium. 1997 wies das Bundesumweltministerium dieses schließlich an, die Genehmigung nicht zu widerrufen. Immer wieder kam es aufgrund technischer Pannen zur erhöhten Freisetzung radioaktiver Substanzen.
Den ersten Antrag, das AKW stillzulegen, hat die damalige Umweltministerin Merkel 1997 verhindert. Das geltende Atomgesetz sieht die Stilllegung des Reaktors für das Jahr 2008 vor. Es enthält zudem einige Sonderregeln für Biblis A, die verhindern sollen, dass das AKW länger als vorgesehen am Netz bleiben darf.
Typ: Druckwasserreaktor
Nennleistung: 1149 MW
Inbetriebnahme: 1975
Laufzeitende nach dem Atom-Konsens: 2008
Betreibergesellschaft: RWE Energie AG
Ernsthafte Störfälle:
Am 16.12. 1987 traten 107 Liter radioaktives Kühlwasser aus. Der Vorfall kam erst nach einem Jahr ans Tageslicht. In der Folge kam es zu heftigen Diskussionen über die durch weitere Überhitzung erhöhte Wahrscheinlichkeit eines GAU.
Lokaler Widerstand gegen das AKW Biblis regte sich im Zuge der den Blöcken A und B schnell folgenden Pläne für weitere Blocks. Nach über 55.000 Einwendungen von BürgerInnen und im Zusammenhang von Demonstrationen mit bis zu 20.000 Menschen ließ RWE diese Pläne 1994 schließlich fallen.
BUND-Hintergrund zu den Risiken des AKW Biblis A
Der Block B
Gegenüber den kontroversen Auseinandersetzungen zwischen Landes- und Bundesaufsicht um Block A, blieb es um Block B auf dieser Ebene relativ ruhig. Doch auch in diesem Meiler kam es immer wieder zur unkontrollierten Freisetzung radioaktiver Partikel. Zwei neuere Studien stellen erhebliche Mängel im Sicherheitssystem fest, mit denen der Block B nicht dem internationalen Sicherheitsstandard für Altanlagen der IAEO entspricht.
Typ: Druckwasserreaktor
Leistung: 1238 MW
Inbetriebnahme: 1977
Laufzeitende nach dem Atom-Konsens: 31.1.2009
Betreibergesellschaft: RWE Energie AG
Ernsthafte Störfälle:
Am 23. Februar 1995 trat radioaktiver Wasserdampf durch einen Riss im Primärkühlsystem aus. Ein Vollabriss der Leitung hätte einen GAU bewirken können.
Lokaler Widerstand gegen das AKW Biblis regte sich im Zuge der den Blöcken A und B schnell folgenden Pläne für weitere Blocks. Nach über 55.000 Einwendungen von BürgerInnen und im Zusammenhang von Demonstrationen mit bis zu 20.000 Menschen ließ RWE diese Pläne 1994 schließlich fallen.
zurück zur Übersichtskarte