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Rettungsfloß für die Flussseeschwalbe

Flussseeschwalben mit Küken, Foto: L. Lukasik
Foto: L. Lukasik

Elegant schweben und rütteln Flussseeschwalben fast pausenlos über dem Wasser. Bei der Jagd stürzen sie sich mit ihrem steil nach unten gerichteten roten Schnabel i n die Wellen, um kleine Fische zu erbeuten.

Noch um 1900 war die Flussseeschwalbe häufiger Brutvogel an den deutschen Küsten und im Binnenland. Seitdem ist die Anzahl der Brutpaare in den Küstenregionen rückläufig, im Binnenland ist sie inzwischen fast vollständig verschwunden. Der Hauptgrund: Ihr Lebensraum wurde zunehmend zerstört, Kiesinseln und Sandbänke gibt es kaum noch, sie fielen der Begradigung der Flüsse zum Opfer. Und das ist fatal, denn die Brutkolonien der Flussseeschwalbe liegen entweder auf nacktem Kies oder Sand, meist auf Inseln oder zwischen Dünen oder auch in schütterer Vegetation, die aber niemals so dicht sein darf, dass sie dem Brutvogel die freie Rundsicht raubt.

Heute findet man die Flussseeschwalbe im Binnenland meist nur noch dort, wo ihnen künstliche Brutinseln an nahrungsreichen Gewässern angeboten werden.
Hier sind verschiedene BUND-Gruppen ganz praktisch aktiv. Sie bauen Brutflöße in Bremen, in Neubrandenburg, in Bitterfeld und am Mindelsee. Solche künstlichen Inseln sind für viele Eierdiebe nicht erreichbar und werden von der Flussseeschwalbe gerne angenommen. So etablierten sich an der Weser, an den Brandenburger Seen, an der Goitzsche und am Mindelsee wieder Kolonien, die Jahr für Jahr erfolgreich Junge großziehen und einen Beitrag zum Überleben dieser Art in Deutschland leisten.

Künstliche Nisthilfen, wie in diesem Fall die Brutflöße, können im praktischen Naturschutz immer nur ein Notbehelf zum Überleben einer Art sein. Gleichzeitig setzt sich der BUND daher auf politischer Ebene für die Renaturierung von Flüssen ein, um die natürliche Dynamik – mit dem Auf- und Abbau von Sandbänken – wieder zu ermöglichen.

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