Früher wurde der Feldhamster als Ernteschädling massiv bekämpft. In manchen Jahren machten sich die kleinen Nager tatsächlich in Scharen über die Ernte her und sammelten Getreidevorräte für den Winter. Mit Fallen, Gift und Wasser versuchten die Bauern, die Tiere zu bekämpfen. Die Kürschner verarbeiteten ihre Felle zu Jacken und Mänteln.
Das ist ein Grund, weshalb der Feldhamster seit ungefähr 30 Jahren nicht mehr weit verbreitet ist – und inzwischen sogar auf der Roten Liste steht. Doch dazu kommt: Die intensive Bodennutzung durch die Landwirtschaft mit sofortigem Umbruch abgeernteter Felder, Bodenverdichtung, mineralischer Überdüngung und tiefgründigem Pflügen machen dem kleinen Nager schwer zu schaffen. Auch auf EU-Ebene wird seiner Gefährdung Rechnung getragen: Nach der FFH-Richtlinie gilt er als streng zu schützende Art.
BUND-Experten stehen in den Startlöchern, um ein Hamster-Schutzprojekt ins Leben zu rufen und so die wichtigsten Vorkommen in Deutschland zu retten. Das Bundesland Sachsen-Anhalt spielt dabei eine zentrale Rolle, weil hier einst die größten Hamsterbestände heimisch waren. Inzwischen steht der Feldhamster selbst dort auf der Roten Liste. Die BUND-Aktiven wollen Hamster-Schutzgebiete so gestalten, dass sich möglichst viele Tiere ansiedeln und in angrenzende Gebiete ausbreiten können. Die gesammelten Erfahrungen sollen auf andere Regionen in Deutschland übertragen werden, um so den Feldhamster zu retten!