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Gut gepanzert: die Europäische Sumpfschildkröte

Sumpfschildkröte, Foto: W. Simlinger
Foto: W. Simlinger

Weltweit unterscheidet man 300 Schildkrötenarten mit 450 Unterarten. Sie besiedeln die unterschiedlichsten Biotope und ökologischen Nischen.

Bei uns in Deutschland ist nur eine einzige Art heimisch, die Europäische Sumpfschildkröte. Ihr Panzer ist 15 bis 20 cm lang, dunkelbraun mit gelben Punkten und Strichen, auch Kopf und Beine sind gelb punktiert. Die Tiere können bis zu 100 Jahre alt werden. Sie bewohnen krautreiche Teiche und Seen mit schlammigem Untergrund und jagen am Gewässergrund nach Kleintieren wie kleine Fische und Frösche.

Die Europäische Sumpfschildkröte hat eine traurige Geschichte: Noch im 19. Jahrhundert konnte man sie recht häufig antreffen. Als Fastenspeise sehr beliebt, wurde ihr Bestand jedoch in kurzer Zeit fast vollständig vernichtet. Auch ihr Lebensraum ist zusehends bedroht: Die Trockenlegung von Sümpfen und Feuchtgebieten, Gewässerkorrekturen, die Zersiedelung der Landschaft und die Zerstörung der Eiablageplätze ließen die Bestände schrumpfen.

Weibliche Tiere fallen auf ihren Wanderungen zu geeigneten Eiablegeplätzen nicht selten dem Straßenverkehr zum Opfer. Auch in den Reusen von Fischern verfangen sich die Tiere gelegentlich und ertrinken. So kommt es, dass die Europäiche Sumpfschildkröte nicht nur aus unserer Landschaft fast vollständig verschwunden ist, sondern aus unserem Bewusstsein. In Deutschland gibt es nur noch wenige Restbestände. Die Tiere stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten als „vom Aussterben bedroht“.

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Der Ortsverband Rockenberg vom BUND Hessen startete 1999 zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Sumpfschildkröte ein Artenschutzprojekt zur Wiederansiedlung der Europäischen Sumpfschildkröte. Annette, Kurt, Daisy, Clementine, die dicke Berta und ihre anderen Artgenossen sollen in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass die in früheren Jahrhunderten in der Wetterau häufig anzutreffenden Tiere wieder eine Heimat finden.



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