BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


300 Millionen Jahre alt

Schlangen, Eidechsen und Schildkröten werden unter dem Namen Reptilien zusammengefasst. Sie bevölkern schon seit 300 Millionen Jahren die Erde – doch wie lange noch? Manche Arten sind schon fast völlig aus Deutschland verschwunden.

Eidechse, Foto: F. Brüning

Reptilien sind stark gefährdet: 11 der 14 Arten stehen auf der Roten Liste. Geeignete Lebensräume sind in den letzten Jahrzehnten immer seltener geworden. Besonders fatal wirkt sich die intensive Landwirtschaft aus: Sie ist oft schuld daran, dass Feuchtgebiete entwässert, dass "unproduktive" Magerrasen überdüngt, ganz aus der Nutzung genommen oder aufgeforstet werden. Und wo großflächig Hecken, alte Mauern und Lesesteinhaufen verschwinden, verlieren Reptilien ihre Lebensgrundlage. Auch die fortschreitende Zerschneidung von Lebensräumen ist ein großes Problem.

Grund genug für viele BUND-Gruppen, sich für die heimischen Kriechtiere einzusetzen. Sie schaffen, pflegen und erhalten ihre offenen Lebensräume. Sie informieren mit Vorträgen und Exkursionen über ihre Lebensweise. Und sie schlagen Alarm, wenn Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit drohen, lokale Vorkommen von Reptilien zu vernichten.

Auch Sie können etwas für unsere Reptilien tun: Verzichten Sie, wenn Sie einen Garten haben, auf den Einsatz von Chemikalien. Reagieren Sie, wenn von Reptilien besiedelte Hänge und Lichtungen aufgeforstet werden oder eine alte Steinmauer ohne Not abgetragen wird. Kontaktieren Sie notfalls die verantwortlichen Ämter: die Naturschutzbehörde Ihres Landkreises oder Ihrer Stadt.

Wenn auch Sie aktiv werden wollen: Die nächste BUND-Gruppe in Ihrer Nähe finden Sie in unserer Datenbank, oder lassen Sie sich von unserem Infoservice unter 0 30 / 2 75 86-469 beraten.

Links

Die Kreisgruppe Heidelberg ist seit vielen Jahren im Reptilienschutz aktiv. Wer Interesse hat mitzuhelfen oder mehr über unsere heimischen Reptilien erfahren möchte, erhält weitere Infos unter 0 62 21 / 18 26 31 oder unter bund.heidelberg@bund.net.

Der Regionalverband Heilbronn-Franken bemüht sich die alte Handwerkskunst des Trockenmauerbaus am Leben zu erhalten. Dazu gibt er eine Bauanleitung heraus, die beim BUND Franken bestellt werden kann.

Einer der Schwerpunkte der Ortsgruppe Gemünden-Sinngrund sind Trockenmauern und Lesesteinhaufen für Insekten und Reptilien.

Die Kreisgruppe Mühldorf am Inn veranstaltet in ihren Projektgebieten regelmäßig Exkursionen, bei denen auch die Reptilienfauna gezeigt wird. Im Winter werden in einer Kiesgrube Pflegearbeiten durchgeführt.

Der BUND Schleswig-Holstein informiert über Arbeitseinsätze und bietet eine Auswahl an Faltblättern, u.a. auch eine sehr informative Broschüre über die in Schleswig-Holstein heimischen Reptilienarten.

Quelle: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/artenschutz/reptilien/