Zu den besonders bemerkenswerten Heuschrecken gehört die Große Wanstschrecke. Sie ist mit 4,5 cm Größe die größte Sichelschrecke in Mitteleuropa, grün gefärbt, manchmal auch dunkelbraun und mit schwarzen Punkten gezeichnet.
Die Tiere besitzen ein sattelförmiges Halsschild, das als Schalltrichter benutzt wird. Die Tiere sind flugunfähig, denn ihre Flügel sind zurückgebildet und stummelförmig. Bei den Männchen ragen sie deutlich unter dem Halsschild hervor, bei den Weibchen sind sie nahezu vollständig darunter verborgen.
Die Weibchen besitzen eine lange, am Ende gezähnte Legeröhre. Daher kommt auch der Name Sichelschrecke.
Die Wanstschrecke ist Vegetarierin und ziemlich träge. Bei Gefahr bleibt sie ruhig sitzen und hofft auf ihre Tarnfarbe.
Die Wanstschrecken leben nur in Wiesen, die erst spät im Jahr gemäht werden. Durch die intensive Landwirtschaft wurde der Mahdzeitpunkt der Wiesen in den letzten Jahrzehnten immer weiter ins Frühjahr vorverlegt, gleichzeitig stieg die Mahdhäufigkeit auf vier bis fünf Schnitte pro Jahr. Aus dem Grund ist die Große Wanstschrecke in Deutschland nur noch auf der Schwäbischen Alb und im bayerisch-thüringischen Grenzgebiet zu finden.
Um das Aussterben dieser Art zu verhindern, hat der BUND Thüringen 2004 ein Artenschutzprojekt am Grünen Band bei Römhild im Südthüringer Grabfeld ins Leben gerufen. Hier hat der BUND Ackerflächen wieder in Wiesen umgewandelt und bewirtschaftet diese im Sinne der Wanstschrecke.