Wer Glück hatte, konnte in diesem Jahr einem ganz besonderen Spektakel beiwohnen: In gewaltigen Schwärmen kamen Millionen von ihnen im Frühjahr über die Alpen zu uns nach Deutschland geflogen – die Rede ist von Distelfaltern. Jedes Jahr, sobald es Frühling wird, begeben sich die Tiere auf eine lange Reise. Allerdings sind solche Massenauftreten, wie sie kürzlich zu beobachten waren, äußerst selten.
Distelfalter gehören zu den Wanderfaltern. Seine eigentliche Heimat sind die subtropischen Gebiete Nordafrikas. Die hiesigen Winter sind zu streng für die empfindlichen Tiere. Aus diesem Grund verbringen sie die kalte Jahreszeit im südlichen Afrika. Ab Mai erscheint die erste Generation und legt ihre Eier, wie der Name erahnen lässt, auf verschiedenen Distelarten sowie auf Brennnesseln ab. Die grau-schwarzen Raupen mit den gelben Rückenlinien und kurzen, gelblichen bis grauen Dornen leben den Juni über in einzeln zusammengesponnenen Blättern. Nach etwa vier Wochen verpuppen sie sich in ihren Blatttüten. Nach einer Puppenruhe von ca. zwei Wochen entschlüpft aus der grau-braunen Puppe schließlich der Falter.
Im August wächst dann die zweite Generation heran, die, sobald es kälter wird, den Rückweg in den warmen Süden antritt. Aber nicht alle Distelfalter schaffen es, und die Zurückbleibenden haben bei unseren kalten Wintern in der Regel keine Chance.