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Distelfalter – Vanessa cardui (L.)

Distelfalter. Foto: D. Haugk, pixelio.de
Der Distelfalter hat eine Spannweite von 45 bis 60 mm.

Wer Glück hatte, konnte in diesem Jahr einem ganz besonderen Spektakel beiwohnen: In gewaltigen Schwärmen kamen Millionen von ihnen im Frühjahr über die Alpen zu uns nach Deutschland geflogen – die Rede ist von Distelfaltern. Jedes Jahr, sobald es Frühling wird, begeben sich die Tiere auf eine lange Reise. Allerdings sind solche Massenauftreten, wie sie kürzlich zu beobachten waren, äußerst selten.

Distelfalter gehören zu den Wanderfaltern. Seine eigentliche Heimat sind die subtropischen Gebiete Nordafrikas. Die hiesigen Winter sind zu streng für die empfindlichen Tiere. Aus diesem Grund verbringen sie die kalte Jahreszeit im südlichen Afrika. Ab Mai erscheint die erste Generation und legt ihre Eier, wie der Name erahnen lässt, auf verschiedenen Distelarten sowie auf Brennnesseln ab. Die grau-schwarzen Raupen mit den gelben Rückenlinien und kurzen, gelblichen bis grauen Dornen leben den Juni über in einzeln zusammengesponnenen Blättern. Nach etwa vier Wochen verpuppen sie sich in ihren Blatttüten. Nach einer Puppenruhe von ca. zwei Wochen entschlüpft aus der grau-braunen Puppe schließlich der Falter.

Im August wächst dann die zweite Generation heran, die, sobald es kälter wird, den Rückweg in den warmen Süden antritt. Aber nicht alle Distelfalter schaffen es, und die Zurückbleibenden haben bei unseren kalten Wintern in der Regel keine Chance.

Raupe des Distelfalters, Foto: James K. Lindsey, commons.wikimedia.org
Raupe des Distelfalters

Nur aller paar Jahrzehnte passiert es, dass Millionen von Distelfaltern aus ihren Puppenhüllen schlüpfen und sich auf ihrer Suche nach Nahrung in riesigen Schwärmen gen Norden bewegen. Ihr Wanderverhalten erinnert dabei an das von Zugvögeln, allerdings wirkt es deutlich unkoordinierter. Es konnte auch keine Kommunikation der Tiere untereinander nachgewiesen werden.

Das gute Wetter und der Föhn haben in diesem Frühjahr den Faltern die Überquerung der Alpen erleichtert. Ende April meldeten uns die ersten eifrigen Schmetterlingszähler ihre Distelfaltersichtungen in Südwestdeutschland. Bereits Anfang Mai mehrten sich die Beobachtungen von gewaltigen Distelfalterschwärmen im südlichen und mittleren Deutschland. Aufgeregt und zugleich fasziniert berichteten uns zahlreiche Anrufer von gewaltigen Schwärmen, die gerade an ihnen vorbei gezogen wären. Die Schmetterlinge bewegten sich rasch von Südwesten nach Nordosten. Mitte Mai erreichten die ersten Gruppen die Ostseeküste. Ein Teil der Tiere flog sogar bis in die nördlichsten Teile Europas.

Trotz Massenaufkommen bestand keine Gefahr für die Landwirtschaft. Die Raupen dieser Art ernähren sich hauptsächlich von Disteln und Brennnesseln. Die Falter saugen bevorzugt den Blütennektar von Klee und Luzerne.

Distelfalter beobachten und zählen

Wir möchten wissen, wie die weitere Entwicklung der Distelfalter in diesem Jahr verläuft. Bei günstigen Bedingungen wird man am Ende des Sommers wieder große Schwärme beobachten können, die sich auf dem Weg zu ihren Winterquartieren gen Süden bewegen. Aber auch andere Schmetterlingsarten sind von Interesse.

Das Abenteuer Faltertage möchte vielen Fragen auf den Grund gehen. Jeder kann mitmachen bei der großen Schmetterlingszählung des BUND.



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Foto: eyewire / fotolia.com

Broschüre "Schmetterlinge schützen"

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