BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Mit Blüten locken

Tagpfauenauge beim Nektar Trinken auf rosa Blüte, Foto: www.pixelio.de

Viele Pflanzen sind auf Schmetterlinge als Bestäuber angewiesen und bieten den Nektar als „Gegenleistung“ für den Pollentransport. Dieses über Jahrmillionen gewachsene Zusammenspiel wird heute oft gestört, zum Beispiel durch Zierpflanzen, die keinen Nektar geben.

Einen einfachen Einstieg in einen schmetterlingsfreundlichen Garten bietet ein Wildblumenbeet – oder gleich eine Wildblumenwiese.

Wildblumenwiese, Foto: www.pixelio.de
Wildblumen bieten Schmetterlinge meist Nektar als Zierpflanzen.

Wildblumen gedeihen am besten auf nährstoffarmen (mageren) Böden. Saatmischungen und Stauden sind im Fachhandel erhältlich. Eine Übersicht finden Sie unter www.naturgarten-fachbetriebe.de. Wildblumenmischungen für Magerstandorte erbringen Nektar für viele Falter und gleichzeitig Futter für die Raupen seltenerer Arten wie Aurorafalter , Hauhechelbläuling, Schachbrettfalter oder Taubenschwänzchen (ein tagaktiver Nachtfalter, der wie ein Kolibri um die Blüten schwirrt).

Wer keinen nährstoffarmen Boden zur Verfügung hat, kann auch auf fetteren Böden ein Blumenbeet für Schmetterlinge anlegen. Aber aufgepasst: Nur mit den richtigen Blüten lockt man Schmetterlinge an.

Tipp: Mähen Sie den Rasen nicht öfter als sechsmal im Jahr und nur mit größerem Bodenabstand.


Keine Schmetterlinge ohne Raupen

Wer in seinem Garten nicht nur auf zufällig durchfliegende Falter warten möchte, muss auch darauf achten, dass die Raupen satt werden, und ein paar angefressene Blätter in Kauf nehmen. Schmetterlinge bleiben nur dort länger, wo sie die richtigen Fraßpflanzen für ihren Nachwuchs finden.

Vielfalt schaffen

Als Faustregel für schmetterlingsfreundliche Gärten gilt: je naturnäher vielfältiger, desto attraktiver. Denn viele Schmetterlingsarten sind in ihren verschiedenen Lebensstadien auf unterschiedliche Pflanzen und Standorte angewiesen. Gärten, die nur aus Rasenflächen, Fichten und Thuja-Hecken bestehen, sind nicht nur weniger farbenfroh, sondern auch ungeeignet für Schmetterlinge.

Auf Gifte verzichten

Verzichten Sie auch auf synthetische Schädlingsbekämpfungsmittel! Sie wirken direkt gegen Raupen und oft auch gegen ausgewachsene Falter. Auch synthetische Dünger und Torfprodukte können für Schmetterlinge und Raupen giftige Stoffe enthalten. Sie wegzulassen schadet nicht einmal Ihrer Gartenpracht: Die meisten Schmetterlingspflanzen wachsen ohnehin am besten auf mageren, also nährstoffarmen Böden. Torf schadet Schmetterlingen zudem schon bei der Gewinnung: Moore sind Lebensraum besonders gefährdeter Arten.

Admirale auf Sommerflieder, Foto: www.pixelio.de
Sommerflieder ist einer der zugkräftigsten Schmetterlingsmagneten.

Schmetterlinge meiden exotische Pflanzen

Exotische Zierpflanzen sehen schön aus. Ihre Blätter sind aber für die einheimischen Raupen wertlos, manchmal sogar giftig. Die ausgewachsenen Falter sind nicht ganz so wählerisch und geben sich unter Umständen auch mit blütenreichen Zierpflanzen zufrieden. Die Blüten dürfen allerdings nicht gefüllt sein, denn gefüllte Blüten enthalten keinen Nektar.

Große Ausnahme: der eigentlich in den Tropen und Subtropen verbreitete Sommerflieder (Buddleja spec.). Er übt eine so große Anziehungskraft aus, dass er auch Schmetterlingsflieder genannt wird.

Blühender Balkon, Foto: www.pixelio.de

Schmetterlinge auf dem Balkon

Dauerhaft „einziehen“ werden Schmetterlinge auf Ihrem Balkon vermutlich nicht. Aber als Raststation für vorbeifliegende Falter sind Balkone sehr wichtig. Kletterpflanzen zum Beispiel sind ein Ruheplatz für Schmetterlinge, und die Blütenpracht bietet den Faltern reichlich Nahrung. Im Blumentopf mögen Schmetterlinge alles, was duftet. Auf die nektararmen Geranien und andere Exoten sollten Sie jedoch verzichten.

Tipp: Lassen Sie Ihre Küchenkräuter blühen. Die nektarreichen Blüten duften wunderbar und sind gute Futterspender für Schmetterlinge.

Quelle: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/abenteuer_faltertage/tipps/schmetterlingsparadiese/