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Schmetterlinge sind gefährdet

Sommerwiese, Foto: www.pixelio.de
Tagfalter brauchen eine vielfältige, blütenreiche Vegetation, die leider immer seltener wird.

80 Prozent unserer einheimischen Tagfalter sind gefährdet und stehen auf der Roten Liste bedrohter Arten. Die Bestände gehen teilweise dramatisch zurück, weil ihre Lebensräume verändert, zerstört und vergiftet werden. Das betrifft auch die Nachtfalter, den weitaus größeren Teil der Schmetterlinge.

Tagfalter bevorzugen Sonne, Wärme und eine vielfältige und blütenreiche Vegetation, da sie sich hauptsächlich von Blütennektar ernähren. Manche Schmetterlingsraupen fressen nur von einer bestimmten Pflanzenart, andere nutzen ein breites Spektrum an Fraßpflanzen.

Landwirtschaft

Lebensfeindlich für nahezu alle Schmetterlingsarten sind Hochleistungsäcker mit Raps-, Mais- oder sonstigen Monokulturen ohne Randstreifen. Das gleiche gilt für überdüngte Wiesen. Durch Unkrautvernichtungsmittel werden zudem die verbliebenen Fraßpflanzen der Raupen und die Nektarquellen der Falter dezimiert. Schmetterlingsarten, die auf feuchte Lebensräume oder gar Moore angewiesen sind, sind durch Trockenlegungen selten geworden.

Gentechnik

Wie transgene Pflanzen auf Schmetterlinge wirken, wurde bisher vor allem an Bt-Mais untersucht. Dieser "insektenresistente", gentechnisch veränderte Mais bildet in jeder seiner Zellen das Gift des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis (Bt). Es tötet die Insekten, die von ihm fressen. Damit soll der Mais vor Schaden durch Raupen des Maiszünslers bewahrt werden, einem nachtaktiven Schmetterling.

Dem Gift des Bt-Mais sind jedoch auch andere Insekten und Spinnentiere ausgesetzt, die sich auf dem Maisfeld oder in dessen Nähe aufhalten. Heimische Schmetterlinge wie Schwalbenschwanz, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Kohlmotte und Kleiner Kohlweißling werden durch Pollen von Bt-Mais in ihrer Entwicklung beeinträchtigt oder gar getötet. Der Anbau des Bt-Mais "Mon 810" ist in der EU erlaubt. Einzelne Länder haben ein Anbauverbot verhängt, Deutschland jedoch nicht.

Mehr über insektenresistente Gentech-Pflanzen


Forstwirtschaft

Der Einsatz von Chemikalien in der Forstwirtschaft gefährdet Schmetterlinge ebenso wie sterile Fichtenforste, die von fst allen Arten gemieden werden.

Flächenverbrauch

Eng wird es für Schmetterlinge auch, weil immer mehr Freiflächen überbaut werden, weil immer mehr Straßen, Gewerbegebiete, Supermärkte und Häuser einstmals bunte Wiesen verdrängen.

Exotische Pflanzen

Parks und Gärten können zu Refugien werden und viele heimische Pflanzen beherbergen. Mit exotischen Pflanzen können unsere Schmeterlinge jedoch meist nichts anfangen.

Auto- und Industrieabgase

Gefährlich wird es zudem für viele Schmetterlingsarten, die auf nährstoffarmen Standorten leben. Abgase aus Industrie und Verkehr sowie Düngemittel der Landwirtschaft begünstigen stickstoffbedürftige Pflanzen auf Kosten der Futterpflanzen vieler seltener Arten.

Klimawandel und Gentechnik

Wie zu alledem der Klimawandel und die Agro-Gentechnik die Schmetterlinge bedrohen, ist noch nicht vollständig zu überblicken.



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Foto: eyewire / fotolia.com

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Willi Wanstschrecke

Der BUND Bingen nahm die Landesgartenschau zum Anlass, auf den Verlust vieler Schmetterlingsarten aufmerksam zu machen und legte einen besonders schmetterlingsfreundlichen Mustergarten an.

Broschüre "Schmetterlinge schützen"

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