Mit dem Kanal sollen die engen Windungen der Saale umgangen und großen Frachtschiffen der direkte Weg zur Elbe ermöglicht werden. Ein unsinniger Plan, denn mit 200 bis 300 Tagen Niedrigwasser im Jahr ist ein wirtschaftlicher Gütertransport auf der Elbe schon heute kaum noch möglich – und aufgrund steigender Temperaturen führt der Fluss immer weniger Wasser. Wird der Kanal gebaut, muss also auch die Elbe weiter kanalisiert werden, um diesen "Engpass" zu beseitigen. Damit drohte die Zerstörung der größten Auenwälder Mitteleuropas im UNESCO Biosphärenreservat Mittelelbe. Und mit ihnen verschwänden wichtige Überlebensinseln für viele vom Aussterben bedrohte Tiere und seltene Pflanzen.
Wer durch die ausgedehnten Auenwälder an der Elbe wandert, fühlt sich fast in einen Urwald versetzt. Hier trotzen Silberweiden und Schwarzpappeln dem ständigen Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser, hier findet sich noch die selten gewordene Waldgesellschaft aus alten Eichen, Eschen und Ulmen. Nicht zu vergessen, dass diese Waldgesellschaft auch dem Klimaschutz dient. Auf über 100 Kilometern ist im UNESCO Biospährenreservat ein wertvolles Stück urtümlicher Natur erhalten geblieben. In dieser einzigartigen Flusslandschaft gedeiht eine Vielzahl verschiedener Pflanzenarten, die zahlreichen Tieren Unterschlupf und Nahrung liefern. Über 250 Vogel- und 700 Schmetterlingsarten haben hier ebenso eine Heimat gefunden wie der Fischotter, der Elbe-Biber und viele andere akut bedrohte Tierarten.
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