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Eine Chance für den Luchs

Luchs auf Baum, Foto: K. Hopp
Foto: K. Hopp

Fast geräuschlos durchstreifen sie Lichtungen und offenes Gelände, halten immer wieder inne, um mit ihren markanten Pinselohren auch das leiseste Geräusch wahrzunehmen. Für den Menschen bleiben sie fast unsichtbar – aber sie sind wieder da. Schon vor über 100 Jahren war der Luchs in Deutschland so gut wie ausgerottet. Jetzt kehrt er allmählich in seine alte Heimat zurück. Immer wieder werden in einigen Regionen Deutschlands einzelne Tiere gesichtet – und manchmal ist sogar der Nachwuchs dabei.

Dort, wo die Natur noch weitgehend unberührt ist, wo der Wald noch Wildnis ist, fühlt sich der Luchs zu Hause. Zum Beispiel im Böhmerwald, im Bayerischen Wald, im Pfälzerwald, im Spessart, im Harz und im Odenwald haben sich kleinere Luchsbestände ihr Reich zurückerobert. Dies ist eine einmalige Chance.

Ohne Hilfe können die heimlichen Rückkehrer in Deutschland allerdings nicht dauerhaft Fuß fassen. Zu klein sind die einzelnen Luchspopulationen, zu zerschnitten ihre Lebensräume, um auf Dauer überleben zu können. Nur wenn es gelingt, den Luchsen genug Platz zum Leben zu geben und zu verhindern, dass weiter zahlreiche Luchse beim Überqueren von Straßen ums Leben kommen, können sie bei uns wieder dauerhaft heimisch werden.

Auch deshalb engagiert sich der BUND für eine Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes im Sinne des Artenschutzes! Nicht nur BUND-Experten sehen in der geplanten Überarbeitung des Gesetzes einen Rückschritt: So könnten die Länder künftig pauschale Verordnungen zum Fang und zur Tötung auch streng geschützter Arten erlassen, für die derzeit noch eine Einzelfallprüfung erforderlich ist. Auch bei Eingriffen sollen die Schutz- und Prüfvorschriften für diese Arten gelockert werden. Das sind keine guten Vorzeichen für den Luchs.

Wir haben durchgesetzt, dass die Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes erst einmal vertagt wird. Nun gilt es die Zeit zu nutzen, um – politischen Druck auszuüben und über die drohenden Gefahren für den Artenschutz hinzuweisen. Denn nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann die einmalige Artenvielfalt in Deutschland erhalten bleiben. So kann auch zum Beispiel der Luchs den Weg zurück in unsere Heimat finden.

Wir setzen uns ein für den Erhalt großer natürlicher Mischwaldgebiete und wollen verhindern, dass diese Gebiete durch Verkehrswege oder den Siedlungsbau zerschnitten werden.

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